Biographie

bon_bioDietrich Bonhoeffer
(1906-1945)

Er zählt zu den bedeutendsten evangelischen Theologen des 20. Jahrhunderts, wenngleich sein theologisches Denken und Wirken durch seinen frühen Tod abgebrochen wurde.

Als Studentenseelsorger und als Leiter des Predigerseminars von Finkenwalde war er besonders der Jugend zugewandt.

Mit den Kandidaten des Predigerseminars diskutierte er gerne in den Stranddünen der Ostsee nahe Zingst über das gemeinsame Leben und die Nachfolge Christi.

1906

Dietrich Bonhoeffer wird am 4. Februar in Breslau geboren und wächst in Berlin auf.

1923

Beginn des Theologiestudiums in Tübingen; Fortsetzung in Berlin.

1927

Doktorarbeit über „Sanctorum Communio, eine dogmatische Untersuchung zur Soziologie der Kirche“.

1931

Nach Auslandsaufenthalten in Barcelona und New York Privatdozent, Studentenpfarrer und Jugendseelsorger in Berlin; zugleich Mitarbeit im Weltbund für Freundschaftsarbeit der Kirchen und Jugendsekretär des ökumenischen Rates für Praktisches Christentum (Vorgänger des Ökumenischen Rates der Kirchen)

1933

Hitlers Machtergreifung; Bonhoeffer beteiligt sich am Aufbau der kirchlichen Opposition gegen die Gleichschaltungsversuche der nationalsozialistischen Machthaber und gegen die Anpassung seitens der Deutschen Christen.

1935

Als einer der „geistigen Köpfe“ der Bekennenden Kirche übernimmt Bonhoeffer, nach einer kurzen zwischenzeitlichen Tätigkeit als Pfarrer von deutschen Gemeinden in London, die Leitung des Predigerseminars in Finkenwald bei Stettin. – Er protestiert gegen die Ausgrenzung und Verfolgung der Juden: „Nur wer für die Juden schreit, darf auch gregorianisch singen“.

1937

Staatliche Schließung des Predigerseminars; Weiterarbeit in illegalen Sammelvikariaten; aus dieser Zeit stammen die bekannten Bücher Bonhoeffers „Nachfolge“ und „Gemeinsames leben“.

1940

Bonhoeffer schließt sich der Widerstandsgruppe der Militärischen Abwehr um Admiral Canaris und seinem eigenen Schwager, Hans von Dohnanyi, an; konspirative Tätigkeit auf der Basis seiner guten ökumenischen Beziehungen und Auslandskontakte; Arbeit an einer Ethik, in der es um das verantwortungsbewusste Handeln des Christen in der Welt geht. Es geht nicht nur darum, „die Opfer unter dem Rad zu verbinden, sondern dem Rad selbst in die Speichen zu fallen.“, Und: “Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist.“

1943

Am 17. Jänner Verlobung mit Maria von Wedemeyer.
Am 5. April Verhaftung; Gefangenschaft im Wehrmachtsuntersuchungsgefängnis Berlin – Tegel, später im berüchtigten Gestapokeller in der Prinz-Albrecht-Straße in Berlin „Brautbriefe Zelle 92“ und Aufzeichnungen aus der Haft, „Widerstand und Ergebung“, die als theologisches Vermächtnis gelten: “ … und ich erfahre es bis zur Stunde, man erst in der vollen Diesseitigkeit des Lebens glauben lernt“

1945

Am 9. April wird Dietrich Bonhoeffer – noch nicht vierzigjährig – im Konzentrationslager Flossenbürg hingerichtet.

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